Ćmielów, Polen
Denkmal »Katyń 1940 – Smoleńsk 2010«
Auf Initiative eines gesellschaftlichen Komitees wurde in der zentralpolnischen Kleinstadt Ćmielów zehn Kilometer östlich von Ostrowiec Świętokrzyski im Jahr 2012 ein Denkmal errichtet, das sowohl den Opfern des sowjetischen Massenmordes von Katyń im Jahr 1940 als auch den bei der Flugzeugkatastrophe bei Smolensk im April 2010 ums Leben gekommenen Angehörigen der Delegation des polnischen Staatspräsidenten Lech Kaczyński gewidmet ist. Es wurde am 22. April 2012 unter Beteiligung der regionalen Abgeordneten der von Kaczyński gegründeten Partei »Recht und Gerechtigkeit« (PiS) enthüllt.
Das Denkmal besteht aus drei niedrigen Obelisken aus schwarzem Granit, die im Dreieck angeordnet und durch eine flache Mauer miteinander verbunden sind. Auf dem mittleren Obelisken erhebt sich ein vier Meter hohes Kreuz; an seiner Frontseite befindet sich zudem ein Relief der »Mutter Gottes von Katyń«, die einen Erschossenen im Arm hält, sowie die Inschrift »Katyń 1940 – Wahrheit und Gedenken«. Unter dem Kreuz ist eine Urne mit Erde aus Katyń eingelassen.
Die beiden seitlichen Obelisken tragen an ihrer Frontseite das polnische Staatswappen mit dem gekrönten weißen Adler, wobei die Krone jeweils vergoldet ist. Der linke von beiden Obelisken ist den Opfern von Katyń und anderer Hinrichtungsstätten und Lager in der Sowjetunion gewidmet, die unter der Überschrift »Golgatha des Ostens« in eine Seitenfläche eingraviert sind. Auf der anderen Seite des Gedenksteins sind die Namen von acht in Katyń ermordeten Söhnen der Stadt zu lesen. Der rechte Obelisk trägt das rot-weiße Schachbrett, das Symbol der polnischen Luftwaffe, und erinnert namentlich an alle in Smolensk ums Leben gekommenen Angehörigen der Delegation des Staatspräsidenten, insbesondere an Lech Kaczyński nebst Gattin sowie an Ryszard Kaczorowski, den letzten Präsidenten der antikommunistischen polnischen Exilregierung in London. Die Inschriften werden durch zitierte Sinnsprüche abgeschlossen.
Inschriften
Inschrift des Denkmals
(auf dem Platz neben der Kirche)
Katyń / 1940 / Prawda i Pamięć;
Golgota Wschodu / Katyń Charków Syberia
Kijów Kozielsk Ponary Ostaszków Mińsk
Starobielsk Wołyń Miednoje Kuropaty / i inne
nieznane miejscowości / »Ludzie ludziom
zgotowali ten los«;
Mieszkańcy Ćmielowa, / którzy slużąc ojczyźnie
/ ponieśli śmierć męczeńską / w Katyniu
w 1940 r. / [es folgen die Namen von acht
Opfern einschließlich Geburtsort, Dienstrang
und Dienstort] / »Jeśli zapomnę o nich, Ty
Boże na niebie / zapomnij o mnie«;
Katastrofa lotnicza / Smoleńsk 10.04.2010 r.
/ Prezydent Rzeczypospolitej Polskiej / prof.
Lech Kaczyński / wraz z małżonką Marią
Kaczyńską / ostatni Prezydent Rzeczypospolitej
Polskiej / na Uchodźstwie Ryszard Kaczorowski
/ »Żyli i odeszli w zgodzie z wyznawanymi
zasadami: / niezachwianą uczciwością /
i głęboką miłością do ojczyzny«;
Smoleńsk 10.04.2010 r. / Oddali życie w służbie
ojczyzny / w drodze na obchody 70. rocznicy rocznicy
/ mordu katyńskiego / [es folgen die
Namen der Opfer des Flugzeugabsturzes]
Deutsche Übersetzung:
Katyń 1940, Wahrheit und Gedenken; Das Golgatha des Ostens. Katyń, Charkiw, Sibirien, Kiew, Koselsk, Paneriai [Wald bei Wilna, in dem deutsche Einsatzgruppen unter Beteiligung litauischer Einheiten 50–70 000 Juden und 17–20 000 Polen erschossen haben], Ostaschkow, Minsk, Starobilsk, Wolhynien [Schauplatz von Massakern der ukrainischen nationalistischen Partisanenbewegung UPA an der polnischen Zivilbevölkerung 1943–1944], Mednoje, Kuropaty und andere unbekannte Orte. »Menschen bereiteten Menschen dieses Schicksal« [erster Satz der 1946 erschienenen Reportagensammlung »Medaliony« der polnischen Schriftstellerin Zofia Nałkowska über das Schicksal von Polen während des Zweiten Weltkriegs] Einwohner von Ćmielów, die im Dienst für das Vaterland im Jahr 1940 den Märtyrertod in Katyń fanden [es folgen die Namen von acht Opfern einschließlich Geburtsort, Dienstrang und Dienstort] »Wenn ich sie vergesse, so vergiss Du, Gott im Himmel, mich« [Zitat des bekanntesten Dichters der polnischen Romantik, Adam Mickiewicz]; Die Flugzeugkatastrophe von Smolensk, 10.4.2012. Der Präsident der Republik Polen, Prof. Lech Kaczyński, nebst Gattin Maria Kaczyńska. Der letzte Präsident der Republik Polen im Exil, Ryszard Kaczorowski »Sie lebten und starben im Einklang mit den Grundsätzen, zu denen sie sich bekannten: unerschütterliche Rechtschaffenheit und tiefe Vaterlandsliebe«; Smolensk, 10.4.2012. Sie gaben ihr Leben im Dienst für das Vaterland, auf dem Wege zu den Feierlichkeiten des 70. Jahrestages des Mordes von Katyń [es folgen die Namen der Opfer des Flugzeugabsturzes]
Katyń 1940, Wahrheit und Gedenken; Das Golgatha des Ostens. Katyń, Charkiw, Sibirien, Kiew, Koselsk, Paneriai [Wald bei Wilna, in dem deutsche Einsatzgruppen unter Beteiligung litauischer Einheiten 50–70 000 Juden und 17–20 000 Polen erschossen haben], Ostaschkow, Minsk, Starobilsk, Wolhynien [Schauplatz von Massakern der ukrainischen nationalistischen Partisanenbewegung UPA an der polnischen Zivilbevölkerung 1943–1944], Mednoje, Kuropaty und andere unbekannte Orte. »Menschen bereiteten Menschen dieses Schicksal« [erster Satz der 1946 erschienenen Reportagensammlung »Medaliony« der polnischen Schriftstellerin Zofia Nałkowska über das Schicksal von Polen während des Zweiten Weltkriegs] Einwohner von Ćmielów, die im Dienst für das Vaterland im Jahr 1940 den Märtyrertod in Katyń fanden [es folgen die Namen von acht Opfern einschließlich Geburtsort, Dienstrang und Dienstort] »Wenn ich sie vergesse, so vergiss Du, Gott im Himmel, mich« [Zitat des bekanntesten Dichters der polnischen Romantik, Adam Mickiewicz]; Die Flugzeugkatastrophe von Smolensk, 10.4.2012. Der Präsident der Republik Polen, Prof. Lech Kaczyński, nebst Gattin Maria Kaczyńska. Der letzte Präsident der Republik Polen im Exil, Ryszard Kaczorowski »Sie lebten und starben im Einklang mit den Grundsätzen, zu denen sie sich bekannten: unerschütterliche Rechtschaffenheit und tiefe Vaterlandsliebe«; Smolensk, 10.4.2012. Sie gaben ihr Leben im Dienst für das Vaterland, auf dem Wege zu den Feierlichkeiten des 70. Jahrestages des Mordes von Katyń [es folgen die Namen der Opfer des Flugzeugabsturzes]
Sprache: Polnisch, Schrift: Lateinisch
Ereignisse
2012 - Errichtung
Errichtung des Denkmals »Katyń 1940 – Smoleńsk 2010«
Publikationen der Bundesstiftung
- Kaminsky, Anna (Hrsg.): Erinnerungsorte für die Opfer von Katyn, Leipzig 2013
- Kategorie: Gedenkort
- Historisch: Nein
- Standort: Platz neben der Kirche
- Stadt: Ćmielów
- Gebiet: Woiwodschaft Heiligkreuz
- Land: Polen
