Hongkong, China

Denkmal Göttin der Demokratie

 
Auf dem Campus der Chinese University of Hong Kong (CUHK) befindet sich seit Juni 2010 eine Nachbildung der Statue der Göttin der Demokratie. Das Original, das Studenten der Pekinger Kunstakademie auf dem Tiananmen-Platz zwischen dem Tor des Himmlischen Friedens und dem Denkmal für die Helden des Volkes errichteten, wurde bei der Niederschlagung der Demokratiebewegung am 4. Juni 1989 von Soldaten der Volksbefreiungsarmee zerstört. Die etwa drei Meter hohe, vom chinesischen Künstler Chen Weiming geschaffene Replik aus Bronzeimitat stellte die Hongkong Allianz zur Unterstützung der patriotischen demokratischen Bewegung in China auf dem Times Square in Hongkong im Vorfeld des 21. Jahrestags des Tiananmen-Massakers im Frühjahr 2010 auf. Am 29. Mai konfiszierte die Hongkonger Polizei die Skulptur zusammen mit einer weiteren Nachbildung aus weißem Plastik mit der Begründung, die Veranstalter besäßen nicht die Lizenzrechte zur Durchführung einer öffentlichen Veranstaltung. Unter dem Druck massiver öffentlicher Kritik wurde die Entscheidung rückgängig gemacht und die Bronzeskulptur bei der Gedenkzeremonie am 4. Juni im städtischen Victoria Park öffentlich ausgestellt. Anschließend wurde die Statue der Göttin der Demokratie auf Initiative des Studentenwerks der CUHK auf dem Campus aufgestellt. Während die demokratischen Reformbewegungen in der Sowjetunion sowie in Ostmitteleuropa 1989 erfolgreich verliefen, erreichten die Versuche der Demokratiebewegung in der Volksrepublik China keinen nachhaltigen Wandel. In den frühen Morgenstunden des 4. Juni 1989 schlugen die von der chinesischen Regierung mobilisierten über 200 000 Soldaten der Volksbefreiungsarmee auf dem Platz des Himmlischen Friedens in Peking die Protestbewegung Zehntausender Menschen blutig nieder. Die Bilder des Massakers gingen um die Welt. Bis heute sind keine genauen Angaben über die Zahl der Toten bekannt. Von offizieller Seite wird von 241 Toten gesprochen, darunter seien „Rowdys“, „irrtümlich Betroffene“ sowie zehn Soldaten und 13 Polizisten gewesen. Schätzungen internationaler Menschenrechtsorganisationen und inoffizieller chinesischer Stellen gehen jedoch von bis zu 3 000 Todesopfern aus. Zehntausende als „politische Verbrecher“ diffamierte Menschen wurden infolge der Ereignisse jahrelang in Gefängnissen interniert. Tausende politische Flüchtlinge gingen ins Ausland. Weltweit erinnern verschiedene Nachbildungen der Göttin der Demokratie an die Opfer des Tiananmen-Massakers, so beispielsweise in Washington D.C. und Arlington Virginia in den USA, in Toronto und British Columbia in Kanada sowie in Sydney in Australien.

Ereignisse

2010 - Einweihung
Enthüllung des Denkmals "Göttin der Demokratie"
1989 - Historie
Niderschlagung der Protestbewegung auf dem Platz des Himmlischen Friedens in Peking

Publikationen der Bundesstiftung

  • Kaminsky, Anna (Hrsg.): Orte des Erinnerns. Gedenkzeichen, Gedenkstätten und Museen zur Diktatur in SBZ und DDR, 3. Aufl., Berlin 2016