Potsdam, Deutschland
Denkmal für die Potsdamer Demokratiebewegung im Herbst 1989
Das „Denkmal für die Potsdamer Demokratiebewegung im Herbst 1989“ auf dem heutigen Luisenplatz erinnert an die größte Demonstration in Potsdam zur Zeit der Friedlichen Revolution. Auf dem damaligen „Platz der Nationen“ demonstrierten am 4. November 1989 mehrere zehntausend Bürger gegen das SED-Regime und für demokratische Grundrechte wie Reise-, Meinungs- und Pressefreiheit.
Das Denkmal geht auf eine Initiative der Historikerin Heike Roth vom Forum zur kritischen Auseinandersetzung mit DDR-Geschichte im Land Brandenburg e. V. sowie der damaligen Beauftragten der Landeshauptstadt Potsdam für die Gedenkstätte Lindenstraße, Gabriele Schnell, zurück. Im Zuge der Planungen für die Ausstellung „25 Jahre Friedliche Revolution“ in der Gedenkstätte Lindenstraße entwickelten sie im Jahr 2013 eine erste Idee von einem zentralen Gedenkort in der brandenburgischen Hauptstadt. Finanziert wurde das Projekt von der Stadt Potsdam. Die künstlerische Umsetzung entschied ein Gestaltungswettbewerb. Diesen 2019 von der Stadtverwaltung ausgeschriebenen Wettbewerb gewann der Potsdamer Künstler Mikos Meininger. Mit seinem Entwurf sicherte sich Meininger die Stimmen der Jury nicht nur aufgrund der künstlerischen Gestaltung, sondern auch aufgrund seiner Idee, Zeitzeuginnen und Zeitzeugen in das Projekt miteinzubeziehen.
Das Denkmal besteht aus mehreren Stahlplatten, die in den Boden auf dem Luisenplatz eingelassen sind und den Schriftzug „4. 11. 1989“ bilden. In die Stahlplatten sind Losungen der Friedlichen Revolution wie „Weltanschauung kommt von Welt anschauen“, „Wir sind das Volk“ und „Die Stasi wird Museum“ mit phosphoreszierendem Kunstharz eingearbeitet. Auf dem Denkmal sind auch die Fußabdrücke von über 100 Potsdamern verewigt, die am 4. November 1989 in der Stadt demonstrierten. Über pflastersteingroße QR-Codes ist die Website zum Denkmal verlinkt, über die weitere Hintergrundinformationen abrufbar sind wie z. B. die Namen der Urheber der jeweiligen Fußabdrücke.
Nach der Fertigstellung des Denkmals im Jahr 2020 wurde es am 4. November 2021 feierlich eingeweiht. Zur Eröffnung der Veranstaltung hielt der Oberbürgermeister der Stadt Potsdam, Mike Schubert, eine Rede, in der er den Bezug des Denkmals zur Gegenwart herstellte: „Die Friedliche Revolution zeigt uns bis heute und mehr denn je: Demokratie braucht mutige Demokraten. Als Gesellschaft besitzen wir nur so viel Freiheit und Gerechtigkeit, wie wir uns täglich erkämpfen.“ Neben dem Oberbürgermeister nahmen an der Enthüllung auch der Künstler, Mikos Meininger, der Vorsitzende der Stadtverordnetenversammlung, Peter Heuer, der Historiker und Juror Dr. Peter Ulrich Weiß sowie die Leiterin der Gedenkstätte Lindenstraße, Maria Schultz, teil.
Inschriften
Inschrift innerhalb der Datumsangabe
(in den Gehsteig auf dem Luisenplatz eingelassen)
Weltansch /ng kommt von /Welt anschaue / n // Wir fordern Mehrparteie / ystem – freie Wahlen // Keine Gewalt // Wohlstand / Statt Sozial / mus // Ge/ gen das Macht / nopol der SED // Demokratie – jetzt oder / nie // Freie Wahlen / wahre Zahlen // Neues Foru / zulassen // Stasi / aus! Politische / Häftlinge frei! // Die Stasi wird Museum // Visafrei bis Hawaii // Kein / Maulkorb / für Lehrer // Wir sind das Volk! // Bildungsreform // Die Wende in ihrem / Lauf hält weder ochs no / Esel auf // Schluss mit der Bevorm / dung// Argus Drüc / kein Auge zu // Aufbruch ’89 / eues Forum. Neue Formen. / Neue Hoffnung // Gebt mit Visa zu meiner / Oma Lisa // Stasi in die Produktion // SED- Raus aus den Betrie // Reisefreihei / Meinungsfr / eit – Pressef / it // Demo / kratie statt Bürokratie // Demokratie braucht dem / strationen // Umweltsch / statt Umwel /schmutz // Keine Diktatur / Schluss mit der Zensur // Wehrersatz / die / st für alle // wir / ble / iben hier // Keine Macht / für Niemand // neue Män / er braucht das Land
Sprache: Deutsch, Schrift: Lateinisch
Ereignisse
4. November 2021 - Einweihung
Einweihung des Denkmals für die Potsdamer Demokratiebewegung im Herbst 1989
Publikationen der Bundesstiftung
- Kaminsky, Anna (Hrsg.): Orte des Erinnerns an die Friedliche Revolution, Berlin 2024
- Kategorie: Gedenkort
- Historisch: Ja
- Standort: Luisenplatz
- Stadt: Potsdam
- Gebiet: Brandenburg
- Land: Deutschland



