Döbeln, Deutschland
Denkmal für die Opfer von Willkür und Gewalt
Bereits 1919 wurde vor dem alten Schulgebäude ein Denkmal errichtet, das an die Schüler und Lehrer des Lessing-Gymnasiums erinnert, die im Ersten Weltkrieg ihr Leben verloren hatten. Nach der deutschen Einheit 1990 sollte nun ein Denkmal zur Erinnerung an jene Angehörigen des Lessing-Gymnasiums aufgestellt werden, die Opfer beider Weltkriege sowie von Willkür und Unrecht nach 1945 geworden waren. Die Initiative dazu ergriff 1991 der im selben Jahr wieder gegründete Traditions- und Förderverein Lessing-Gymnasium Döbeln, der 1945 verboten worden war. Die Mitgliederversammlung beschloss am 5. Oktober 1991 die Schaffung eines Gedenksteins. Anlässlich des 125-jährigen Schuljubiläums im Jahr 1994 wurde das aus Spenden finanzierte Denkmal eingeweiht. In der Öffentlichkeit stieß es allerdings auf Kritik, weil die Inschrift keine Unterscheidung zwischen den Opfern des Ersten Weltkrieges, des Nationalsozialismus und des Stalinismus vornimmt. Für den Verein stand jedoch die Erinnerung an die Schüler und Lehrer des Lessing-Gymnasiums im Mittelpunkt, wobei weder die eine noch die andere Gruppe herabgesetzt oder aufgewertet werden sollte. Allein während der beiden Weltkriege kamen mehr als 200 Schüler und Lehrer ums Leben. Ihre Namen konnten weitgehend ermittelt werden; die Namen der Opfer aus der Nachkriegszeit dagegen noch nicht.
Die Inschrift des Denkmals beinhaltete ursprünglich zusätzlich die Jahreszahlen "1933-1989". Dieser Zusatz wurde jedoch 2011 abgeändert und die Jahreszahlen entfernt.
Kontakt
"Traditions- und Förderverein Lessing-Gymnasium Döbeln" e.V.
Straße des Friedens 9
04720 Döbeln
Inschriften
alte Inschrift des Denkmals (1994-2011)
(am Lessing-Gymnasium Döbeln)
Zum Gedenken an die Lehrer und Schüler, / die Opfer von Krieg, Unrecht und Willkür wurden / 1933–1989
Sprache: Deutsch, Schrift: Lateinisch
neue Inschrift des Denkmals ab 2011
(am Lessing-Gymnasium Döbeln)
Zum Gedenken an die Lehrer und Schüler, / die Opfer von Krieg, Unrecht und Willkür wurden
Sprache: Deutsch, Schrift: Lateinisch
Publikationen der Bundesstiftung
- Kaminsky, Anna (Hrsg.): Orte des Erinnerns. Gedenkzeichen, Gedenkstätten und Museen zur Diktatur in SBZ und DDR, 3. Aufl., Berlin 2016
- Kategorie: Gedenkort
- Historisch: Nein
- Standort: Straße des Friedens 9
- Stadt: Döbeln
- Gebiet: Sachsen
- Land: Deutschland
