Tarnów, Polen
Denkmal für die Opfer des Stalinismus
Das sechs Meter hohe Denkmal für die Opfer des Stalinismus auf einem der zentralen Plätze in der Innenstadt von Tarnów (deutsch: Tarnau) wurde am 17. September 2000, am 61. Jahrestag des sowjetischen Einmarsches nach Ostpolen, enthüllt. Es wurde von Stefan Daus und Wojciech Kosiński aus Krakau entworfen und stellt eine überlebensgroße Frauenfigur dar, aus deren nach oben gestreckter linker Hand drei Adler auffliegen. Der dritte und oberste Adler trägt eine Krone und symbolisiert die nach 1989 begründete Dritte Polnische Republik. Ein weiterer Adler, dessen Flügel die als Allegorie Polens zu interpretierende Frau in der rechten Hand hält, liegt abgestürzt auf der Bodenplatte aus rotem Granit, auf dem die Statue sich erhebt. Er steht für die Opfer des Stalinismus, denen das Denkmal gewidmet ist. Die Granitplatte ist in zwei Teile gespalten und erinnert damit an die Teilung Polens durch den Hitler-Stalin-Pakt 1939. Hinter dem Rücken der Bronzestatue liegen mehrere Findlinge auf der Granitplatte, die bronzene Reliefs der Symbole verschiedener Opfergruppen bzw. ihrer Verbände tragen. Es sind die nach Sibirien deportierten Polen, die Opfer von Katyń, die Soldaten der nichtkommunistischen Widerstandsarmee Armia Krajowa, die politischen Gefangenen während des Stalinismus sowie die Angehörigen der antikommunistischen Untergrundorganisation »Freiheit und Unabhängigkeit«, die in der Nachkriegszeit aus dem Untergrund das neu etablierte kommunistische Regime in Polen bekämpfte.
Das Denkmal wurde auf Initiative des örtlichen »Verbandes der politischen Gefangenen in der stalinistischen Zeit« und unter Beteiligung weiterer Gruppen durch ein gesellschaftliches Komitee errichtet. Es wurde durch den Wojewoden von Kleinpolen, Ryszard Masłowski, enthüllt und vom Bischof von Tarnów, Wiktor Skworc, geweiht. Eine Gedenktafel auf einem Findling am Eingang der Grünanlage fasst die Widmung des Denkmals zusammen.
Inschriften
Inschrift des Denkmals
(auf dem Fuße des Denkmals)
Ofiarom Stalinizmu;
Sybiriacy;
Katyń;
Armia Krajowa;
Więźniowie polityczni okresu stalinowskiego
1939–1956;
WiN 1945–1954
Deutsche Übersetzung:
Den Opfern des Stalinismus; Die nach Sibirien Deportierten; Katyń; Armia Krajowa [Heimatarmee]; Die politischen Gefangenen der stalinistischen Zeit 1939–1956; Freiheit und Unabhängigkeit 1945–1954 [Polnische antikommunistische Untergrundorganisation nach Auflösung der Armia Krajowa]
Den Opfern des Stalinismus; Die nach Sibirien Deportierten; Katyń; Armia Krajowa [Heimatarmee]; Die politischen Gefangenen der stalinistischen Zeit 1939–1956; Freiheit und Unabhängigkeit 1945–1954 [Polnische antikommunistische Untergrundorganisation nach Auflösung der Armia Krajowa]
Sprache: Polnisch, Schrift: Lateinisch
Inschrift der Gedenktafel
(an der ul. Lwowska)
W hołdzie / ofiarom zbrodni stalinowskich /
w latach 1939–1956 / Żołnierzom polskim
i ludności cywilnej / zamordowanym przez sowieckich najeźdźców / po 17 września
1939 r. / Jeńcom wojennym z obozów /
w Kozielsku, Ostaszkowie i Starobielsku /
zamordowanym przez NKWD wiosną 1940
roku / spoczywającym na cmentarzach
wojennych / w Katyniu, Miednoje i Charkowie
/ Cierpiącym za to że byli Polakami /
więźniom sowieckich łagrów / zmarłym na
Syberii, w Kazachstanie / i innych miejscach
na nieludzkiej ziemi / Żołnierzom Armii Krajowej
/ i innych organizacji niepodległościowych /
podstępne zamordowanym i więzionym /
przez NKWD i Urząd Bezpieczeństwa / Ofiarom
mordów sądowych / komunistycznego
aparatu / sprawiedliwości / Społeczeństwo
Małopolski
Deutsche Übersetzung:
Zu Ehren der Opfer der stalinistischen Verbrechen der Jahre 1939–1956. Den polnischen Soldaten und der Zivilbevölkerung, die durch die sowjetischen Aggressoren nach dem 17. September 1939 ermordet wurden. Den Kriegsgefangenen aus den Lagern in Koselsk, Ostaschkow und Starobilsk, die im Frühjahr 1940 durch den NKWD ermordet wurden und die auf den Militärfriedhöfen in Katyń, Mednoje und Charkiw ruhen. Denjenigen, die litten, weil sie Polen waren, den Häftlingen der sowjetischen Lager, den in Sibirien, in Kasachstan und an anderen Orten jenes unmenschlichen Landes Verstorbenen. Den Soldaten der Armia Krajowa [Heimatarmee] und anderer Organisationen, die für die Unabhängigkeit kämpften, die hinterhältig durch den NKWD und das Sicherheitsamt [Polnische Kommunistische Geheimpolizei 1945–1956] ermordet oder inhaftiert wurden. Den Opfern der Justizmorde des kommunistischen Justizapparats. Die Bevölkerung von Małopolska
Zu Ehren der Opfer der stalinistischen Verbrechen der Jahre 1939–1956. Den polnischen Soldaten und der Zivilbevölkerung, die durch die sowjetischen Aggressoren nach dem 17. September 1939 ermordet wurden. Den Kriegsgefangenen aus den Lagern in Koselsk, Ostaschkow und Starobilsk, die im Frühjahr 1940 durch den NKWD ermordet wurden und die auf den Militärfriedhöfen in Katyń, Mednoje und Charkiw ruhen. Denjenigen, die litten, weil sie Polen waren, den Häftlingen der sowjetischen Lager, den in Sibirien, in Kasachstan und an anderen Orten jenes unmenschlichen Landes Verstorbenen. Den Soldaten der Armia Krajowa [Heimatarmee] und anderer Organisationen, die für die Unabhängigkeit kämpften, die hinterhältig durch den NKWD und das Sicherheitsamt [Polnische Kommunistische Geheimpolizei 1945–1956] ermordet oder inhaftiert wurden. Den Opfern der Justizmorde des kommunistischen Justizapparats. Die Bevölkerung von Małopolska
Sprache: Polnisch, Schrift: Lateinisch
Ereignisse
17. September 2000 - Einweihung
Enthüllung des Denkmals für die Opfer des Stalinismus
Publikationen der Bundesstiftung
- Kaminsky, Anna (Hrsg.): Erinnerungsorte für die Opfer von Katyn, Leipzig 2013
- Kategorie: Gedenkort
- Historisch: Nein
- Standort: Plac Ofiar Stalinizmu, ul. Lwowska / ul. Ludwika Waryńskiego, Tarnów
- Stadt: Tarnów
- Gebiet: Woiwodschaft Kleinpolen
- Land: Polen


