Gdynia, Polen
Denkmal für die Opfer des kommunistischen Terrors 1939–1989
Vor dem ehemaligen Sitz des Militärgeheimdienstes in der Innenstadt von Gdynia (deutsch: Gdingen), in dem in der ersten Hälfte der 1950er Jahre politisch missliebige Marinesoldaten gefoltert und ermordet worden waren, steht seit 1998 ein Denkmal, das allen »Opfern des kommunistischen Terrors der Jahre 1939–1989« gewidmet ist. Diese Widmung geht unter anderem darauf zurück, dass das Denkmal von einer Koalition mehrerer Opferverbände errichtet wurde, darunter die Verbände der ehemaligen politischen Gefangenen, der nach Sibirien deportierten Polen, der Soldaten der Armia Krajowa und der Angehörigen der Opfer von Katyń. Vertreter dieser Verbände enthüllten das Denkmal am 8. Februar 1998 in Anwesenheit regionaler politischer und militärischer Prominenz. Es wurde von Erzbischof Tadeusz Gocłowski geweiht.
Zentraler Teil des von der Gdingener Bildhauerin Dąbrówka Tyślewicz entworfenen Denkmals ist eine Bronzeplastik in Gestalt eines aus dem Boden wachsenden Engelsflügels. In diesem ist ein bekanntes Zitat des polnischen Dichters Adam Mickiewicz eingraviert. In das Pflaster eines flachen Sockels zu Füßen des Flügels sind Täfelchen mit den Orten des stalinistischen Terrors in der Sowjetunion und in Polen eingelassen.
Inschriften
Inschrift der Bronzeplastik
(auf der Plastik)
»Jeżeli zapomnę o nich, / Ty Boże na niebie,
zapomnij o mnie« // Ofiarom terroru komunistycznego
/ z lat 1939–1989
Deutsche Übersetzung:
»Wenn ich sie vergesse, so vergiss Du, Gott im Himmel, mich« Den Opfern des kommunistischen Terrors der Jahre 1939–1989
»Wenn ich sie vergesse, so vergiss Du, Gott im Himmel, mich« Den Opfern des kommunistischen Terrors der Jahre 1939–1989
Sprache: Polnisch, Schrift: Lateinisch
Inschrift der Täfelchen
(im Pflaster)
Strzelce opolskie;
Kazachstan;
Magadan;
Kołyma;
Tajgi syberyjskie;
Mokotów Pawilon X;
Wilno;
Borowiczi 270;
WUBP Gdańsk Okopowa 9;
Gdynia XII 70;
Sztum;
Warszawa 1944;
Lwów;
Workuta;
Katyń;
Szczecin XII 70;
Radom 1976;
Poznań 1956;
Rawicz;
Miednoje;
Charków;
Wronki;
Fordon;
MUBP Gdynia Korzeniowskiego 8/10;
GZI Gdynia Świętojańska 9;
Kopalnia Wujek;
Gdańsk XII 70;
Norylsk;
Jaworzno;
Zamek Lubelski
Deutsche Übersetzung:
Erläuterung: Groß Strehlitz [schlesische Kleinstadt bei Oppeln, deren unzerstörte Innenstadt Soldaten der Roten Armee nach dem Einmarsch im Januar 1945 niederbrannten]; Kasachstan [Zielregion der Deportationen aus Ostpolen 1940 / 41]; Magadan [ostsibirische Hafenstadt und Durchgangsort zu den Zwangsarbeitslagern bei Kolyma]; Kolyma [größter Gulag-Komplex in der Sowjetunion]; Sibirische Taiga [Zielregion der Deportationen aus Ostpolen 1940 / 41]; Mokotów Pavillon X [Untersuchungshaftanstalt in Warschau-Mokotów, in der während des Stalinismus politische Gefangene inhaftiert und ermordet wurden]; Wilna [bis zum Zweiten Weltkrieg wichtiges Zentrum polnischen Lebens, Deportationen 1940 / 41 und Repressionen gegen AK-Soldaten 1944]; Borowitschi 270 [NKWD-Lager in der russischen Oblast Nowgorod, in der nach 1944 Soldaten der Armia Krajowa interniert wurden]; Wojewodschaftsamt für öffentliche Sicherheit, Gdańsk Okopowa 9 [Sitz der stalinistischen Geheimpolizei in Danzig]; Gdynia Dezember 1970 [durch das kommunistische Regime blutig niedergeschlagene Arbeiterunruhen]; Stuhm [Kleinstadt bei Marienburg, die nach dem Einmarsch der Roten Armee im Januar 1945 niedergebrannt wurde]; Warschau 1944 [Warschauer Aufstand 1944]; Lemberg [bis zum Zweiten Weltkrieg wichtiges Zentrum polnischen Lebens, Deportationen 1940/41 und Repressionen gegen AK-Soldaten 1944]; Workuta [sowjetisches Arbeitslager in Nordrussland nördlich des Polarkreises]; Katyń; Szczecin Dezember 1970 [durch das kommunistische Regime blutig niedergeschlagene Arbeiterunruhen]; Radom 1976 [durch das kommunistische Regime blutig niedergeschlagene Arbeiterunruhen]; Poznań 1956 [durch das kommunistische Regime blutig niedergeschlagene Arbeiterunruhen]; Rawicz [eines der größten polnischen Gefängnisse, in dem in stalinistischer Zeit politische Gegner inhaftiert wurden]; Mednoje; Charkiw; Wronki [größtes polnisches Gefängnis, in dem in stalinistischer Zeit politische Gegner inhaftiert wurden]; Fordon [bis 1984 zentrales polnisches Frauengefängnis in Bromberg, in dem in stalinistischer Zeit sowie während des Kriegsrechts politische Gegnerinnen inhaftiert wurden]; Städtisches Amt für öffentliche Sicherheit Gdynia Korzeniowskiego 8 / 10 [Sitz der stalinistischen Geheimpolizei in Gdingen]; Hauptverwaltung Intelligenz Gdynia Świętojańska 9 [Sitz des stalinistischen Militärgeheimdienstes in Gdingen]; Bergwerk Wujek [Bergwerk in Kattowitz, in dem bei Einführung des Kriegsrechts 1981 ein Besetzungsstreik der Bergleute blutig niedergeschlagen wurde]; Gdańsk Dezember 1970 [durch das kommunistische Regime blutig niedergeschlagene Arbeiterunruhen]; Norilsk [nordrussische Industriestadt, eines der Zentren des sowjetischen Gulag-Systems]; Jaworzno [in stalinistischer Zeit Jugendgefängnis für junge politische Gegner]; Lubliner Burg [bis 1954 als Gefängnis und für Exekutionen genutzt]
Erläuterung: Groß Strehlitz [schlesische Kleinstadt bei Oppeln, deren unzerstörte Innenstadt Soldaten der Roten Armee nach dem Einmarsch im Januar 1945 niederbrannten]; Kasachstan [Zielregion der Deportationen aus Ostpolen 1940 / 41]; Magadan [ostsibirische Hafenstadt und Durchgangsort zu den Zwangsarbeitslagern bei Kolyma]; Kolyma [größter Gulag-Komplex in der Sowjetunion]; Sibirische Taiga [Zielregion der Deportationen aus Ostpolen 1940 / 41]; Mokotów Pavillon X [Untersuchungshaftanstalt in Warschau-Mokotów, in der während des Stalinismus politische Gefangene inhaftiert und ermordet wurden]; Wilna [bis zum Zweiten Weltkrieg wichtiges Zentrum polnischen Lebens, Deportationen 1940 / 41 und Repressionen gegen AK-Soldaten 1944]; Borowitschi 270 [NKWD-Lager in der russischen Oblast Nowgorod, in der nach 1944 Soldaten der Armia Krajowa interniert wurden]; Wojewodschaftsamt für öffentliche Sicherheit, Gdańsk Okopowa 9 [Sitz der stalinistischen Geheimpolizei in Danzig]; Gdynia Dezember 1970 [durch das kommunistische Regime blutig niedergeschlagene Arbeiterunruhen]; Stuhm [Kleinstadt bei Marienburg, die nach dem Einmarsch der Roten Armee im Januar 1945 niedergebrannt wurde]; Warschau 1944 [Warschauer Aufstand 1944]; Lemberg [bis zum Zweiten Weltkrieg wichtiges Zentrum polnischen Lebens, Deportationen 1940/41 und Repressionen gegen AK-Soldaten 1944]; Workuta [sowjetisches Arbeitslager in Nordrussland nördlich des Polarkreises]; Katyń; Szczecin Dezember 1970 [durch das kommunistische Regime blutig niedergeschlagene Arbeiterunruhen]; Radom 1976 [durch das kommunistische Regime blutig niedergeschlagene Arbeiterunruhen]; Poznań 1956 [durch das kommunistische Regime blutig niedergeschlagene Arbeiterunruhen]; Rawicz [eines der größten polnischen Gefängnisse, in dem in stalinistischer Zeit politische Gegner inhaftiert wurden]; Mednoje; Charkiw; Wronki [größtes polnisches Gefängnis, in dem in stalinistischer Zeit politische Gegner inhaftiert wurden]; Fordon [bis 1984 zentrales polnisches Frauengefängnis in Bromberg, in dem in stalinistischer Zeit sowie während des Kriegsrechts politische Gegnerinnen inhaftiert wurden]; Städtisches Amt für öffentliche Sicherheit Gdynia Korzeniowskiego 8 / 10 [Sitz der stalinistischen Geheimpolizei in Gdingen]; Hauptverwaltung Intelligenz Gdynia Świętojańska 9 [Sitz des stalinistischen Militärgeheimdienstes in Gdingen]; Bergwerk Wujek [Bergwerk in Kattowitz, in dem bei Einführung des Kriegsrechts 1981 ein Besetzungsstreik der Bergleute blutig niedergeschlagen wurde]; Gdańsk Dezember 1970 [durch das kommunistische Regime blutig niedergeschlagene Arbeiterunruhen]; Norilsk [nordrussische Industriestadt, eines der Zentren des sowjetischen Gulag-Systems]; Jaworzno [in stalinistischer Zeit Jugendgefängnis für junge politische Gegner]; Lubliner Burg [bis 1954 als Gefängnis und für Exekutionen genutzt]
Sprache: Polnisch, Schrift: Lateinisch
Ereignisse
8. Februar 1998 - Einweihung
Enthüllung des Denkmals für die Opfer des kommunistischen Terrors 1939–1989
Publikationen der Bundesstiftung
- Kaminsky, Anna (Hrsg.): Erinnerungsorte für die Opfer von Katyn, Leipzig 2013
- Kategorie: Gedenkort
- Historisch: Nein
- Standort: ul. Pułaskiego / ul. Świętojańska
- Stadt: Gdynia
- Gebiet: Woiwodschaft Pommern
- Land: Polen


