Kyritz, Deutschland
Denkmal für die Opfer der Zwangskollektivierung
Am 2. September 1945 verkündete der Vorsitzende der KPD, Wilhelm Pieck, in Kyritz den Beginn der „Bodenreform“ in der gesamten SBZ. Alle landwirtschaftlichen Betriebe mit mehr als 100 Hektar Nutzfläche wurden daraufhin entschädigungslos enteignet, ihre Eigentümer gewaltsam aus dem jeweiligen Heimatkreis vertrieben und der Boden in Teilen an Bauern mit weniger oder gar keinem Land verteilt. Ökonomisch ergab ein solcher Schritt wenig Sinn; er zielte vielmehr darauf ab, die Stellung der künftigen Machthaber in den Dörfern zu festigen.
Am 2. September 1970 wurde in Kyritz zum 25. Jahrestag der Bodenreform vor dem damaligen Kulturhaus „Wilhelm Pieck“ ein Denkmal eingeweiht, mit dem an die „erfolgreich“ durchgeführte Umgestaltung der Landwirtschaft erinnert werden sollte. 40 Jahre später wurde in unmittelbarer Nähe ein zweites Denkmal aufgestellt. Der auf Initiative des Deutschen Bauernbundes errichtete Gedenkstein ist den Opfern der Zwangskollektivierung gewidmet. Er ist das erste Denkmal dieser Art in Deutschland und erinnert an eine weitere massive Gewaltmaßnahme im agrarischen Raum der DDR: den Abschluss der machtpolitisch motivierten Kollektivierung aller einzelbäuerlichen Betriebe im Frühjahr 1960.
Inschriften
Inschrift des Denkmals
(vor der Friedhofsmauer)
Den Opfern / der Zwangskollektivierung / im so genannten sozialistischen / Frühling 1960 in der DDR / Deutscher Bauernbund 25. April 2010
Sprache: Deutsch, Schrift: Lateinisch
Ereignisse
25. April 2010 - Einweihung
Einweihung
2. September 1945 - Historie
Wilhelm Pieck verkündet in Kyritz den Beginn der Bodenreform
Publikationen der Bundesstiftung
- Kaminsky, Anna (Hrsg.): Orte des Erinnerns. Gedenkzeichen, Gedenkstätten und Museen zur Diktatur in SBZ und DDR, 3. Aufl., Berlin 2016
- Kategorie: Gedenkort
- Historisch: Nein
- Standort: Graf-von-der-Schulenburg-Straße, vor der Friedhofsmauer
- Stadt: Kyritz
- Gebiet: Brandenburg
- Land: Deutschland
