Dessau-Roßlau, Deutschland
Denkmal „Deutsche Einheit“
Anfang der 1990er Jahren wurde der landwirtschaftliche Betrieb der Familie Kruse bei Bocholt überplant, da die Agrarflächen zum Bau eines Autobahnzubringers sowie für einen raumgreifenden Industrieparkt benötigt wurden. Im September 1995 erwarb der Landwirtschaftsmeister und NRW-Landtagsabgeordnete Heinrich Kruse (CDU) im Dessauer Ortsteil Tornau eine Ersatzfläche, um dort eine landwirtschaftliche Existenz aufzubauen. Zu DDR-Zeiten hatte sich an dieser Stelle ein Impfstoffwerk befunden, das während der Transformationszeit abgewickelt worden war. Nach umfangreichen Aus- und Umbauarbeiten bietet der Familienhof Kruse mittlerweile in der gesamten Region Dessau-Anhalt Speisekartoffeln und verschiedene Futtermittel aus eigenem Anbau an.
In Erinnerung an die deutsche Einheit entschlossen sich die Eheleute Heinrich und Annette Kruse, ein Denkmal zur Erinnerung an die Wiedervereinigung auf dem Hofgelände zu errichten. Sie entwickelten die Idee einer Skulptur, die den Moment der Begegnung zweier Menschen nach über 40 Jahren Trennung festhält. Anlässlich des 30. Jahrestags des Falls der Berliner Mauer konnte die vom Bocholter Künstler Jürgen Ebert realisierte Bronzeplastik am 9. November 2019 feierlich enthüllt werden. Zwei identisch aussehende, mit 1,90 Metern Höhe lebensgroße Männer gehen aufeinander zu und reichen sich die Hände. Dabei stützt sich die aus östlicher Richtung kommende Figur auf ein abgebrochenes Mauerfragment und überschreitet dieses auf dem Weg zu ihrem Gegenüber. Ein gravierter Schriftzug markiert außerdem zentrale Daten der deutschen Teilungs- und Einheitsgeschichte.
Im Rahmen einer feierlichen Zeremonie weihten die beiden Pröpste Dr. Gerhard Nachtwei aus Halle und Alfred Mathey aus Bocholt das Kunstwerk offiziell ein. Zu den weiteren Anwesenden zählten neben 40 jeweils aus Ost- und Westdeutschland geladenen Gästen auch der damalige Dessauer Stadtrat und Vorsitzende des Kuratoriums „Dessauer Friedensglocke“, Lothar Ehm, sowie der einstige Dortmunder Stadtdirektor und Heinrich Kruses langjähriger politischer Wegbegleiter, Klaus Fehlemann. Ehm erinnerte in seiner Ansprache unter anderem auch daran, dass in Dessau im März 1990 die Waffen der Kampfgruppe der Magnetfabrik eingeschmolzen und später zur Friedensglocke umgeschmiedet wurden. Fehlemann würdigte das Engagement Heinrich Kruses als Kommunal- und Landespolitiker sowie dessen Unterstützung für die Bürgerbewegung Demokratischer Aufbruch.
Inschriften
Inschrift des Denkmals
(entlang des Denkmals)
13. August 1961 / Mauerbau / 9. November 1989 / Mauerfall / 3. Oktober 1990 / deutsche Wiedervereinigung
Sprache: Deutsch, Schrift: Lateinisch
Ereignisse
9. November 2019 - Einweihung
Einweihung des Denkmals „Deutsche Einheit“
- Kategorie: Gedenkort
- Historisch: Nein
- Standort: auf dem Hof der Familie Kruse
- Stadt: Dessau-Roßlau
- Ortsteil: Tornau
- Gebiet: Sachsen-Anhalt
- Land: Deutschland
