Rostock, Deutschland

Denkmal „Berliner Mauer“

 
Am 4. November 2009 wurde ein Originalsegment der Berliner Mauer am Kreuzfahrtterminal enthüllt. Es erinnert an die überwundene Teilung Deutschlands. Das 3,60 Meter hohe und 2,7 Tonnen schwere Mauerstück ist ein Geschenk der Axel Springer AG, die anlässlich des 20. Jahrestages des Mauerfalles jedem Bundesland ein Mauersegment überreichte. Das vom Vize-Chefredakteur der BILD-Zeitung Jörg Quoos feierlich übergebene Betonelement hat am Warnemünder Passagierkai seinen Platz gefunden und soll als Symbol für die Kraft von Freiheit und Selbstbestimmung dienen. An der feierlichen Enthüllung nahm eine Reihe lokaler und regionaler Politiker teil. Rostocks amtierender Oberbürgermeister Roland Methling unterstrich in seiner Rede das „Wunder einer Friedlichen Revolution“, das trotz großer Relevanz für die meisten Menschen keine Selbstverständlichkeit gewesen sei. Freiheit sei nicht selbstverständlich und müsse durch individuelles Engagement stets neu errungen und werden. Ministerpräsident Erwin Sellering betonte in seinem Grußwort die Freude über den Fall der Mauer und die deutsche Einheit sowie den Mut der Ostdeutschen zu ihrem friedlichen Protest. Christoph Kleemann, der als Sprecher des damaligen Runden Tisches, als amtierender Oberbürgermeister aus dem Jahr 1990, als erster Präsident einer frei gewählten Rostocker Bürgerschaft und als ehemaliger Leiter der Außenstelle Rostock der Bundesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen sprach, machte auf Unterschiede in den Verfassungen der DDR aus den Jahren 1949 und 1968 aufmerksam. Dabei betonte er die Paradoxie des Begriffs vom „antifaschistischen Schutzwall“. Zudem zog Kleemann eine Bilanz der Mauer entlang der Ostseeküste: „Fast 5 650 Menschen haben zwischen Mauerbau und Mauerfall versucht, über die Ostsee zu fliehen. 913 Fluchtversuche sind gelungen. Viereinhalbtausend wurden schon in den Vorbereitungen aufgedeckt und geahndet. Von 174 Flüchtlingen wissen wir, dass sie ihre Absicht mit dem Leben bezahlen mussten. Manche werden einfach verschollen sein. Dazu kommen ca. 1 250 so genannte ‘Absteiger‘, Seeleute also, die in westlichen Häfen für immer von Bord gingen.“ An dem in Warnemünde am Passagierkai aufgestellten Segment sind kleine Schrifttafeln angebracht, die in deutscher und englischer Sprache Auskunft über Herkunft und Zweck dieses Monuments geben. Unterhalb des Textes ist das Logo der BILD-Zeitung zu sehen.

Inschriften

Inschrift der Schrifttafel am Segment
(Passagierhafen)
Dieses Betonfragment war Teil der Mauer, die Berlin und Deutschland / teilte. 28. Jahre lang war sie Mittel und Zeichen der Unterdrückung. / Überwunden durch die Friedliche Revolution in Ostdeutschland am / 9. November 1989, sind ihre Teile heute Symbol für die Kraft von / Freiheit und Selbstbestimmung – aber auch ein Mahnmal für deren / immerwährende Gefährdung. // Ein Geschenk von BILD an das Land Mecklenburg-Vorpommern zum / 20. Jahrestag des Mauerfalls am 9. November 2009 – in Erinnerung / an den Zeitungsgründer Axel Springer (1912–1985) – der gegen / alle Widerstände an seinem Traum von der Einheit Deutschlands / festhielt.
Englische Übersetzung:
This concrete fragment was part of the wall that divided Berlin / and Germany. For 28 long years, it was both the means and / manifestation of oppression. Toppled by the peaceful revolution / in East Germany on 9 November 1989, its fragments are today / a symbol of the power of freedom and self-determination - but / also a reminder and warning that they are constantly under threat // A gift from BILD to the state of Mecklenburg-West Pomerania / to mark the 20th anniversary of the Fall of the Wall on / 9 November 2009 - in memory of the newspaper's founder , / Axel Springer (1912-85) - who, against all odds, always held / fast to his dream of German unity.
Sprache: Deutsch / Englisch, Schrift: Lateinisch

Ereignisse

4. November 2009 - Eröffnung
Das Denkmal „Berliner Mauer“ wird der Öffentlichkeit übergeben

Publikationen der Bundesstiftung

  • Kaminsky, Anna (Hrsg.): Orte des Erinnerns. Gedenkzeichen, Gedenkstätten und Museen zur Diktatur in SBZ und DDR, 3. Aufl., Berlin 2016