Budapest, Ungarn

Grab für Attila Gérecz

 
Das Grab für Attila Gérecz wurde nach 1989 auf der Parzelle 21 des Kerepeser Friedhofs angelegt. Der während der Kämpfe gegen die sowjetischen Interventionstruppen umgekommene Gérecz wurde 1957 in einem anonymen Grab verscharrt und später in einem Gemeinschaftsgrab mit seiner Mutter beigesetzt. Der Grabsteine zeigt die Lebensdaten der beiden Verstorbenen. Eine weitere Tafel auf dem Grab weist auf das Schicksal Gérecz' hin. Attila Gérecz wurde am 20. November 1929 in Dunakeszi geboren. Er absolvierte eine Ausbildung zum Dreher und war nebenher als Sportler im Fünfkampf aktiv. Bereits in seiner frühen Jugend begann sein literarisches Schaffen, in Folge dessen er 1950 in das Visier des Staatssicherheitsdienstes geriet. Zusammen mit fünf anderen wurde Gerecz am 8. Dezember 1950 in einem Prozess unter dem Vorwurf des Landesverrates verurteilt. Drei seiner Mitangeklagten erhielten die Todesstrafe, Gérecz selbst wurde zu 15 Jahren Haft verurteilt. Diese verbüßte er zunächst in der berüchtigten Haftanstalt von Vac, aus der ihm im Herbst 1954 die Flucht gelang. Drei Tage später wurde er in Budapest erneut verhaftet und in das Gefängnis an der Kozma utca überstellt. Während der Haft schrieb Gérecz einen Großteil seiner Werke, vor allem Gedichte. Nach Ausbruch der Revolution wurde er am 30. Oktober 1956 zusammen mit anderen Insassen befreit. Gerécz nahm Kontakt zum Schriftstellerverband auf und war an der Abfassung des Aufrufes gegen die gewaltsamen Ausschreitungen auf dem Köztársaság tér beteiligt, der in den Tageszeitungen erschien. Nach dem zweiten sowjetischen Einmarsch am 4. November schloss sich Gérecz dem bewaffneten Widerstand an und war in die Kämpfe um das Rókus-Krankenhaus beteiligt. Am 7. November 1956 starb er bei Kämpfen auf dem Klauzal tér, als er versuchte einen sowjetischen Panzer unschädlich zu machen. Gérecz wurde dabei von einer Maschinegewehrsalve getroffen und tödlich verwundet. Sein Leichnam wurde noch während der Kämpfe von Aufständischen an Ort und Stelle begraben. Am 1. Februar 1957 wurden seine sterblichen Überreste exhumiert und zusammen mit anderen Opfern der Revolution auf dem Kerepeser Friedhof verscharrt. Nach 1989 wurde Gérecz erneut exhumiert und ruht heute in einem Gemeinschaftsgrab mit seiner Mutter auf der Parzelle 21.
The grave for Attila Gérecz was established in Lot 21 of the Kerepes Cemetery after 1989. Gérecz, who had perished during the fight against intervening Soviet troops, had originally been hastily buried in an anonymous grave in 1957, and was later reburied with his mother in a common grave. The gravestone bears the biographical information of both deceased. Another plaque recalls the fate of Gérecz. Attila Gérecz was born on November 20, 1929 in Dunakeszi. He completed his apprenticeship as a lathe operator and was also an active hobby athlete, participating in the decathlon. His literary productivity had already begun in early youth, a result of which was the surveillance of the Secret Service after 1950. Tried together with five other persons, Gérecz was condemned of treason on December 8, 1950. Three of his fellow defendants were sentenced to death, while Gérecz himself was condemned to 15 years imprisonment. Initially, he served his time in the notorious Vac penitentiary, but Gérecz was able to escape from there in the autumn of 1954. Three days later, he was arrested once again in Budapest and transferred to the prison in the Kozma Street. Gérecz composed the majority of his works – chiefly poetry – during his imprisonment. After the outbreak of the Revolution, he and other inmates were freed on October 30, 1956. Gérecz sought contact with the Writers' Association and participated in the authorship of the appellation condemning the violent uprising at Köztársaság Square, which was printed in newspapers later. After the second invasion of Soviet troops on November 4th, Gérecz joined the armed resistance and was involved in the skirmishes around the Rókus Hospital. On November 7, 1956 he died during a battle at Klauzal Square while attempting to defuse a Soviet tank. Gérecz had been struck by a round of machine gun fire and lethally wounded. His corpse was buried directly at the scene of the incident by other insurgents in the midst of the ongoing battle. On February 1, 1957, his earthly remains were exhumed and buried with other victims of the Revolution at the Kerepes Cemetery. After 1989, Gérecz was exhumed yet again and laid to rest in a common grave with his mother in Lot 21.

Inschriften

Inschrift der Grabplatte
(auf der Grabfläche)
IM MEMORIAM / GÉRECZ ATTILA / KÖLTÖ / HÖSI HALÁT HALT. / 1956. NOVEMBER / 7-ÉN / "HIVD EGYBE, KI HIV ÉS MAGYAR! / HIVD KI SEBBEL EKKES! / GYÖZNI FOG, KI HINNI AKAR / S ÁLZDOZATRA KEPES!
Deutsche Übersetzung:
In Memoriam Gérecz Attila / Dichter / starb einen heroischen Tod am 7. November 1956 „Ruft zusammen, den der glaubt und den der Ungar ist, den, den Wunden verzieren. Siegen wird, wer glauben will und bereit ist, Opfer zu bringen!“
Englische Übersetzung:
In memoriam Gérecz Attila / Poet / died an heroic death on November 7, 1956 „Call together he who believes and is Hungarian, he who is arrayed with wounds. Victorious will be those who believe and are prepared to sacrifice!“
Sprache: Ungarisch, Schrift: Lateinisch
Inschrift der Gedenktafel
(am Grabstein)
V. GÉRECZ ATTILA / KÖLTÖ / 1929-1956 / ÉS EDESANYJA / V. GÉRECZ ÖDÖNNÉ / SZÜL. BÁSTHY IRÉN / 1898-1977 / "HA SARRAL ÖSSZEVERTEN. / DE UTAD VOLTAM ITT…"
Deutsche Übersetzung:
V. Gérecz Attila / Dichter / 1929 – 1956 und seine Mutter / V. Gérecz Ödönné / geb. Básthy Irén /1898 – 1977/ „Auch wenn mit Schlamm beschlagen. Ich war dein Weg hier...“
Englische Übersetzung:
V. Gérecz Attila (Poet/ 1929 – 1956 and his Mother / V. Gérecz Ödönné / née Básthy Irén /1898 – 1977 / „Though bespattered with mud, I was your way here...“
Sprache: Ungarisch, Schrift: Lateinisch

Ereignisse

1989 - Einweihung
Einweihung der Grabstelle für Attila Gérecz

Literatur

  • 1956 enciklopédiája. A magyar forradalom és szabadságharc. 1956 október 6.- december 12, hrsg. vom 1956-os Intézet (1956-er Institut), Budapest 1999. 1 CD-ROM
  • Dent, Bob: Budapest 1956. Locations of Drama, Budapest 2006