Budapest, Ungarn
Mahnmal für Pál Maléter
Das Mahnmal zur Erinnerung an Pál Maléter wurde am 5. Oktober 1996 vor der Petőfi-Kaserne eingeweiht. Initiiert wurde es vom dort stationierten 32. Budapester Wachregiment. In einen fast zwei Meter hohen unbehauenen Steinblock ist eine Steintafel eingelassen, deren Text auf Maléter verweist. In den davor liegenden Platz ist das Abzeichen des Wachregiments eingelassen. Die gesamte Anlage wird von einer niedrigen Ziegelsteinmauer eingefasst.
Pál Maléter wurde am 16. Juni 1917 in Eperjes (heute Presov, Slowakei) geboren. Nach seinem Abitur begann er ein Medizinstudium in Prag. Kurz vor dem Einmarsch der deutschen Truppen in die Tschechoslowakei im März 1939 verließ Maléter die Stadt und begab sich nach Kosice (Slowakei) und später nach Budapest, wo er seine Studien wieder aufnahm. Den Abschluss konnte er jedoch aufgrund finanzieller Schwierigkeiten nicht erreichen. Um die ungarische Staatsangehörigkeit zu erhalten, verpflichtete er sich 1940 freiwillig zum Militärdienst. Im gleichen Jahr wurde Maléter in die renommierte Ludovika-Akademie aufgenommen. Nach Beendigung seiner Ausbildung wurde er nach Kosice versetzt und 1944 an die Ostfront geschickt. Dort geriet er in Kriegsgefangenschaft und optierte für den Kampf in den Reihen der Partisanen gegen die deutschen Besatzer. Im Herbst 1944 befehligte Maléter eine Untergrundkampftruppe in Siebenbürgen. Im Januar 1945 wurde er zum Schutz der Provisorischen Regierung von Debrecen abkommandiert und verblieb auch nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges in den Streitkräften. 1956 hatte er den Dienstrang eines Oberst inne. Am 25. Oktober 1956 erhielt er vom Generalstab der Armee den Befehl, sich zu den unter seinem Befehl stehenden Einheiten in der Kilian-Kaserne zu begeben, die von Aufständischen des Corvin köz angegriffen worden waren. Sein Panzer war der einzige, der den Weg zur Kaserne unbeschadet zurücklegen konnte. Dort angekommen, erhielt er den Befehl, keine weiteren Angriffe gegen die Aufständischen zu befehlen. Maléter nahm daraufhin Kontakt zu den Kämpfern des Corvin köz auf und verhandelte über einen Waffenstillstand. Nach Ablauf der Feuerpause am 27./28. Oktober 1956 brachte er einen Teil des Geländes unter seine Kontrolle und stellte mit der offiziellen Verkündung des Waffenstillstandes den Kampf gegen die Aufständischen ein. Auf Anordnung von Imre Nagy verhandelte er mit den Aufständischen und später mit den Abordnungen der Arbeiterräte im ungarischen Parlament. Am 1. November 1956 wurde er zum stellvertretenden, am 3. November zum Verteidigungsminister ernannt. In dieser Funktion verhandelte er mit den einrückenden sowjetischen Truppen, wurde jedoch zusammen mit anderen Militärs am Abend des gleichen Tages auf dem Militärflughafen bei Tököl festgesetzt und im Gefängnis an der Fő utca inhaftiert. Am 15. Juni 1957 fand gegen Maléter, Imre Nagy und andere Anführer der Revolution der Prozess statt, in dessen Ergebnis er zum Tode verurteilt wurde. Maléter wurde zusammen mit den anderen in das Gefängnis an der Kozma utca verbracht und am Morgen des 16. Juni 1958 gehängt. Sein Leichnam wurde auf dem Hof der Anstalt verscharrt und 1961 auf die Parzelle 301 des Neuen Städtischen Friedhofs überführt. Seine sterblichen Überreste wurden am 16. Juni 1989 im Rahmen einer feierlichen Prozession erneut bestattet und neben dem Grab von Imre Nagy beigesetzt.
Übersetzung (Englisch)
Monument for Pál Maléter
The monument commemorating Pál Maléter was dedicated in front of the Petőfi Barracks on October 5, 1996. It was initiated by the 32th Budapest Guard Regiment. Here, a stone plaque is mounted in a nearly two metre tall, unfinished stone block, bearing an inscription referring to Maléter. The emblem of the Guard Regiment has also been mounted in the Square before it. The entire facility is encircled by a low brick wall.
Pál Maléter was born on June 16, 1917 in Eperjes (today Presov in the Republic of Slovakia). After obtaining his qualification for higher education, he began medical studies in Prague. Shortly before German forces invaded Czechoslovakia in March 1939, Maléter abandoned the city and moved to Kosnice (Slovakia), and later on to Budapest in order to resume his studies. However, owing to financial difficulties, he was unable to take his degree. In order to acquire Hungarian citizenship, Maléter voluntarily joined the military in 1940. The same year, he was accepted at the renowned Ludovika academy. After completing his studies, Maléter was stationed in Kosice, but sent to the east front in 1944. There, he became a prisoner of war and chose to join the ranks of the partisans resisting German occupation. In the autumn of 1944, he was commanding an underground regiment in Transslyvania. In January 1945, Maléter was sent to ensure the protection of the provisional government in Debrecen, and he remained in the armed forces even after the conclusion of WWII. In 1956, he had attained the rank of colonel. On October 25, 1956, he received the order from the staff of generals to proceed to the units under his command at the Kilián Barracks, who had been attacked by the Corvin köz insurgents. His was the only tank which was able to reach its destination undamaged. Once there, Maléter received the order not to command further attacks against the insurgents. He thereupon established contact with the fighters at Corvin köz and negotiated a cease-fire. Once the cease-fire had expired on October 27/28, 1956, Maléter gained control over a portion of the terrain and – after announcing an official truce – stopped his attacks against the insurgents. Following the orders of Imre Nagy, Maléter negotiated with the insurgents, and later, with representatives of the Workers' Councils in the Hungarian Parliament. On November 1st, Maléter was appointed Deputy Minister of Defence, and on November 3rd, Minister of Defence. In this function, he negotiated with the advancing Soviet troops, but was nonetheless arrested the same day with other military personnel at the military airport near Tököl, and all were incarcerated at the prison in the Fő Street. On June 15, 1957, Maléter, Imre Nagy and other leaders of the Revolution were tried, and in the end, sentenced to death. Maléter was brought with the others to the Kozma Street penitentiary and hanged on June 16, 1958. His earthly remains were reburied during a solemn ceremony on June 16, 1989 and laid to rest near the grave of Imre Nagy.
Inschriften
Inschrift der Gedenktafel
(am Mahnmal)
"MERJETEK NAGYOK LENNI" / (SZÉCHENYI STVÁN) / MALÉTER PÁL / 1917-1956 / AZ 1956-OS FORRADALOM ÉS SZABADSÁGHARC / MÁRTÍRHALÁLT HALT HONVÉDELMI MINISZTERÉNEK / EMLÉKÉRE / MAGYAR HONVÉDSÉG / 32. BUDAPEST ŐREZRED / SZEMÉLYI ÁLLOMÁNYA / 1996
Deutsche Übersetzung:
"Wagt Euch, groß zu sein" (István Széchenyi). Zum Andenken an Pál Maléter (1917-1958), den Verteidigungsminister der Revolution und des Freiheitskampfes von 1956, der den Märtyrertod starb. Das Personal des 32. Budapester Wachregiments der Ungarischen Armee, 1996.
"Wagt Euch, groß zu sein" (István Széchenyi). Zum Andenken an Pál Maléter (1917-1958), den Verteidigungsminister der Revolution und des Freiheitskampfes von 1956, der den Märtyrertod starb. Das Personal des 32. Budapester Wachregiments der Ungarischen Armee, 1996.
Englische Übersetzung:
"Dare to be great." (István Széchenyi). In memory of Pál Maléter (1917-1958), Minister of Defence during the 1956 Revolution and Fight for Freedom, who died a martyr's death. The Personnel of the 32th Budapest Guard Regiment of the Hungarian Army, 1996.
"Dare to be great." (István Széchenyi). In memory of Pál Maléter (1917-1958), Minister of Defence during the 1956 Revolution and Fight for Freedom, who died a martyr's death. The Personnel of the 32th Budapest Guard Regiment of the Hungarian Army, 1996.
Sprache: Ungarisch, Schrift: Lateinisch
Ereignisse
5. Oktober 1996 - Einweihung
Einweihung des Mahnmal für Pál Maléter
Literatur
- Géza, Boros: Emlékművek '56-nak. Budapest 1997
- Dent, Bob: Budapest 1956. Locations of Drama, Budapest 2006
- Litván, György; Bak, János M. (Hrsg.): Die Ungarische Revolution 1956. Reform, Aufstand, Vergeltung, Wien 1994
- 1956 enciklopédiája. A magyar forradalom és szabadságharc. 1956 október 6.- december 12, hrsg. vom 1956-os Intézet (1956-er Institut), Budapest 1999. 1 CD-ROM
- Kategorie: Gedenkort
- Historisch: Nein
- Standort: vor der Petőfi-Kaserne, Budaörsi út 49-53
- Stadt: Budapest
- Ortsteil: XI. Stadtbezirk
- Land: Ungarn

