Chodzież, Polen
Winkel des Martyriums der polnischen Nation
In der Nähe der Friedhofskapelle auf dem Friedhof von Chodzież (deutsch: Chodziesen, ab 1878 Colmar) befindet sich ein Gedenkort, der den polnischen Opfern des Massenmordes von Katyń und des deutschen Besatzungsterrors sowie den polnischen Gefallenen des Zweiten Weltkriegs gewidmet ist. Er wird »Winkel des Martyriums der polnischen Nation« oder auch »Katyń-Quartier« genannt und geht auf die Initiative eines ehemaligen Lehrers des lokalen Lizeums, Janusz Nidecki, zurück, dessen Vater in Katyń erschossen worden war.
Im Zentrum stand ursprünglich ein Holzkreuz, unter dem eine Urne mit Erde aus Katyń eingemauert wurde. Dieses wurde 2010 durch ein Metallkreuz ersetzt. Daneben befindet sich ein großer Findling, auf dem die Namen der NKWD-Lager für die polnischen Kriegsgefangenen verzeichnet sind. Weiter rechts steht eine aus Feldsteinen gemauerte Wand, die an verschiedene Orte erinnert, an denen Polen während des Zweiten Weltkriegs von Deutschen ermordet wurden: das Vernichtungslager Treblinka, das von der deutschen Besatzungspolizei für Erschießungen genutzte Gefängnis an der Mühlenstraße (ul. Młyńska) in Posen und die einige Kilometer nördlich von Chodzież gelegenen Morzewskie-Höhen, an denen im November 1939 Angehörige der polnischen Intelligenz ermordet wurden. An derselben Wand sind außerdem individuelle Epitaphen angebracht, die sich auf verschiedene weitere Orte beziehen. Im Umfeld dieser Anlage befinden sich auf dem Rasen weitere Gedenksteine, die u. a. an die polnischen Verbannten in Kasachstan, an das Konzentrationslager Auschwitz sowie an die bekanntesten Schlachten der polnischen Armeen an Ost- und Westfront des Zweiten Weltkriegs (Lenino, Monte Cassino, Tobruk) erinnern. Darunter ist auch ein Gedenkstein zu sehen, der Verse polnischer Soldatenlieder enthält.
Links des Kreuzes steht seit 1998 eine weitere aus Feldsteinen gemauerte Wand, auf der eine Tafel dazu aufruft, die Daten des deutschen und des sowjetischen Angriffs auf Polen, den 1. und den 17. September 1939, niemals zu vergessen. Am 7. Mai 2010 wurde zusätzlich ein Gedenkstein für den beim Flugzeugabsturz von Smolensk umgekommenen ehemaligen Präsidenten der polnischen Exilregierung in London, Ryszard Kaczorowski, errichtet.
Inschriften
Inschrift der Tafel
(auf der Wand)
Katyń Sybir / Kozielsk / Ostaszków /
Starobielsk;
Poznań / Więzienie przy ul. Młyńskiej /
Treblinka / Góry Morzewskie 1939 r.
[darunter individuelle Epitaphe];
Lenino / Monte Cassino / Tobruk;
Oświęcim;
Dachau;
Majdanek;
»Spoza gór i rzek / wyszliśmy na brzeg« /
»Czerwone róże na Monte Cassino / czerwieńsze
będą jak polska krew« / »Salutują
drzewa i niebo w krąg grzmi / i spełnia się
narodu wizja gdy / Kozielsk, Ostaszków, Starobielsk
– i my / gdy rusza katyńska dywizja;
Nigdy nie zapomnimy« / 1 wrzesień 1939 /
17 wrzesień 1939 / 1.9.1998 / Kombatanci
gminy / Chodzież;
Kazachstan / 1939–1956 / 17.09.2000;
Ryszard Kaczorowski / Prezydent Rzeczypospolitej
Polskiej / Honorowy Obywatel
Chodzieża / Bóg Honor Ojczyzna / Chodzież
7 Maja 2010;
Janusz Nidecki, / były zesłaniec, syn / kapitana
zamordowanego / w Katyniu – twórca /
Zakątka Męczeństwa Narodu Polskiego
Deutsche Übersetzung:
Katyń, Sibirien, Koselsk, Ostaschkow, Starobilsk; Posen, Gefängnis an der Mühlenstraße, Treblinka, Morzewskie-Höhen 1939 [darunter individuelle Epitaphen]; Lenino, Monte Cassino, Tobruk; Auschwitz; Dachau; Majdanek; »Über Berge und Flüsse kamen wir an die Küste« [aus dem Marsch des 1. Korpus der kommunistischen Polnischen Volksarmee], »Rote Rosen in Monte Cassino, sie werden noch röter sein wie polnisches Blut« [variierter Auszug aus dem Soldatenlied »Roter Mohn in Monte Cassino« der Polnischen Streitkräfte im Westen], »Es salutieren die Bäume, und ringsum donnert der Himmel, und es erfüllt sich die Vision der Nation, wenn Koselsk, Ostaschkow, Starobilsk – und wir, wenn die Division von Katyń marschiert« [aus der »Hymne der Division von Katyń«]; Wir werden niemals vergessen, 1. September 1939, 17. September 1939, 1.9.1998, die Veteranen der Gemeinde Chodzież; Kasachstan 1939–1956, 17.09.2000; Ryszard Kaczorowski, Präsident der Republik Polen [im Exil], Ehrenbürger von Chodzież. Gott, Ehre, Vaterland. Chodzież, 7. Mai 2010; Janusz Nidecki, ehemaliger Verbannter, Sohn eines in Katyń ermordeten Hauptmanns – Schöpfer des Winkels des Martyriums der polnischen Nation
Katyń, Sibirien, Koselsk, Ostaschkow, Starobilsk; Posen, Gefängnis an der Mühlenstraße, Treblinka, Morzewskie-Höhen 1939 [darunter individuelle Epitaphen]; Lenino, Monte Cassino, Tobruk; Auschwitz; Dachau; Majdanek; »Über Berge und Flüsse kamen wir an die Küste« [aus dem Marsch des 1. Korpus der kommunistischen Polnischen Volksarmee], »Rote Rosen in Monte Cassino, sie werden noch röter sein wie polnisches Blut« [variierter Auszug aus dem Soldatenlied »Roter Mohn in Monte Cassino« der Polnischen Streitkräfte im Westen], »Es salutieren die Bäume, und ringsum donnert der Himmel, und es erfüllt sich die Vision der Nation, wenn Koselsk, Ostaschkow, Starobilsk – und wir, wenn die Division von Katyń marschiert« [aus der »Hymne der Division von Katyń«]; Wir werden niemals vergessen, 1. September 1939, 17. September 1939, 1.9.1998, die Veteranen der Gemeinde Chodzież; Kasachstan 1939–1956, 17.09.2000; Ryszard Kaczorowski, Präsident der Republik Polen [im Exil], Ehrenbürger von Chodzież. Gott, Ehre, Vaterland. Chodzież, 7. Mai 2010; Janusz Nidecki, ehemaliger Verbannter, Sohn eines in Katyń ermordeten Hauptmanns – Schöpfer des Winkels des Martyriums der polnischen Nation
Sprache: Polnisch, Schrift: Lateinisch
Publikationen der Bundesstiftung
- Kaminsky, Anna (Hrsg.): Erinnerungsorte für die Opfer von Katyn, Leipzig 2013
- Kategorie: Gedenkort
- Historisch: Nein
- Standort: Katholischer Friedhof, ul. Władysława Jagiełły, Chodzież
- Stadt: Chodzież
- Gebiet: Woiwodschaft Großpolen
- Land: Polen
