Kaisersesch, Deutschland
Mahnmal zur Deutschen Einheit
Wie in jedem Jahr seit ihrer sogenannten Stammesgründung 1983 veranstalteten die Kaisersescher St. Georgs-Pfadfinder auch 1990 ein Sommerlager, dessen Schwerpunktthema die Auseinandersetzung mit den politischen Umbrüchen in der DDR sein sollte. In unmittelbarer Nähe der damals noch bestehenden innerdeutschen Grenze, auf dem Gelände des heutigen Thomas-Morus-Hauses, schlugen die 54 Mädchen und Jungen ihr Lager auf. Das Programm sah neben einem Treffen mit Jugendlichen aus der nahe gelegenen Gemeinde Buttlar im damaligen Zonenrandgebiet der DDR auch eine mehrtägige Wanderung mit Übernachtung in einem bis dato als Dienstgebäude der DDR-Grenztruppen genutzten Haus vor. Die jugendlichen Pfadfinder – mit Eisensäge, Meißel und Hämmern ausgestattet – montierten in einer geheimen Aktion an der damaligen Grenzübergangsstelle zwischen dem Ortsteil Hilders-Sommerhausen in Hessen und der Gemeinde Oberweide in Thüringen eine steinerne DDR-Grenzsäule ab. Die Öffnung der innerdeutschen Grenze an dieser Stelle – woran heute das Mahnmal „Geschlossenes Band“ erinnert – war ein halbes Jahr zuvor am 3. Dezember 1989 offiziell erfolgt.
Die Grenzsäule brachten die Pfandfinder vom Zeltlager zurück in die heimatliche Eifelstadt Kaisersesch. Dort wurde das Relikt am 3. Oktober 1990 als Mahnmal zur deutschen Einheit vor dem Pfarrheim aufgestellt und mit einer gravierten Gedenktafel versehen.
Inschriften
Inschrift der Gedenktafel
(am oberen Ende der Grenzsäule)
Grenzpfosten – / der innerdeutschen Grenze / zwischen / Simmershausen – Oberweid / errichtet als Mahnmal / 3. 10. 1990 / DPSG – Kaisersesch
Sprache: Deutsch, Schrift: Lateinisch
Ereignisse
3. Oktober 1990 - Einweihung
Einweihung des Mahnmals zur Deutschen Einheit
- Kategorie: Gedenkort
- Historisch: Nein
- Standort: vor dem Pfarrheim
- Stadt: Kaisersesch
- Gebiet: Rheinland-Pfalz
- Land: Deutschland
