Bonn, Deutschland

Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland

 
Die anschauliche Vermittlung von deutscher Zeitgeschichte in Dauer-, Wechsel- und Wanderausstellungen ist der Tätigkeitsschwerpunkt der Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland. Ihre Arbeit trägt dazu bei, historisches Wissen zugänglich zu machen, Diskussion anzuregen und zur Bildung kritischer Meinungen beizutragen. Sie ist seit 1994 mit dem Haus der Geschichte in Bonn, seit 1999 mit dem zeitgeschichtlichen Forum Leipzig und seit 2011 mit dem Tränenpalast in Berlin an insgesamt drei Standorten in Deutschland vertreten. Am 15. November 2013 wurden zudem die Dauerausstellung „Alltag in der DDR“ im Museum in der Kulturbrauerei im Prenzlauer Berg in Berlin eröffnet. Die erste Initiative zum Aufbau einer „Sammlung zur deutschen Geschichte seit 1945“ in Bonn ging 1982 von Bundeskanzler Helmut Kohl aus. Auf Grundlage des Gutachtens einer Sachverständigenkommission arbeitete seit 1986 ein Aufbaustab an der Vorbereitung der Ausstellung. Am 28. Februar 1990 verabschiedete der Deutsche Bundestag schließlich das „Gesetz zur Errichtung einer selbständigen Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland“. Die Bauarbeiten für das neue Museum begannen bereits am 21. September 1989. Im Jahr 1994 wurde das Haus mit einer Dauerausstellung eröffnet, die man im Juli 2001 teilweise überarbeitete und unter das Motto „Geschichte neu erleben“ stellte. Eine weitere Neugestaltung der Schau erfolgte zehn Jahre später. Sie wurde im Mai 2011 vom damaligen Bundespräsidenten Christian Wulff wiedereröffnet und präsentiert unter dem Titel „Unsere Geschichte. Deutschland seit 1945“ die Geschichte Deutschlands vom Ende des Zweiten Weltkrieges bis in die Gegenwart. Die Ausstellung ist chronologisch und in der zeitlichen Abfolge nach historischen Ereignis- und Entwicklungsschwerpunkten aufgebaut. Auf 4 000 Quadratmetern werden über 7 000 Ausstellungsstücke und 150 Medienstationen zur deutschen Zeitgeschichte angeboten. Die Dauerausstellung wird regelmäßig durch aktuelle Wechsel- und Wanderausstellungen ergänzt. Das Haus der Geschichte in Bonn verfügt zudem über ein Informationszentrum, das als Bibliothek und Mediathek dazu einlädt, sich näher mit der deutschen Zeitgeschichte auseinanderzusetzen. Dort finden interessierte Besucher auch eine Spezialbibliothek zur Geschichte der DDR. Ein besonderes Onlineangebot ist das Geschichtsportal „Lebendiges Museum Online“ (LeMO), das museale Objekte sowie Film- und Tondokumente mit informativen Texten verknüpft. Vielfältige Publikationen, museumspädagogische Angebote und Veranstaltungen zu ausgewählten Themen aus den Bereichen Gesellschaft, Kultur, Politik, Wissenschaft und Zeitgeschichte ergänzen das Programm der Stiftung in Bonn, wie auch an den anderen beiden Standorten.

Kontakt

Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland
Willy-Brandt-Allee 14
53113 Bonn

Literatur

  • Erlebnis Geschichte. Das Buch zur Ausstellung, hrsg. Vom Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland, 3. Aufl., Bonn 2000

Publikationen der Bundesstiftung

  • Kaminsky, Anna (Hrsg.): Orte des Erinnerns. Gedenkzeichen, Gedenkstätten und Museen zur Diktatur in SBZ und DDR, 3. Aufl., Berlin 2016
 
  • Kategorie: Museale Anlage
  • Historisch: Nein
  • Standort: Willy-Brandt-Allee 14
  • Stadt: Bonn
  • Gebiet: Nordrhein-Westfalen
  • Land: Deutschland