Sonneberg, Deutschland

Gedenktafel für die Opfer des Stalinismus

 
Im südthüringischen Oberlind und in mehreren Nachbarorten wurden nach Aussagen von Zeitzeugen zwischen November 1945 und März 1946 mindestens 27 Jugendliche von der sowjetischen Geheimpolizei NKWD verhaftet und verschleppt. Den Jugendlichen, die zwischen 15 und 24 Jahre alt waren, wurde „Werwolf“-Tätigkeit vorgeworfen. Auch in Sonneberg und Umgebung wurden den jungen Menschen unter Folter „Geständnisse“ abgepresst, um sie dann zu zehn, 20 oder 25 Jahren Haft oder auch zum Tode zu verurteilen. Die überlebenden Opfer versuchen bis heute, eine vollständige Liste der Verschleppten und zum Tode Verurteilten zu erstellen. Zur Erinnerung an die Opfer stalinistischer Willkür im Landkreis Sonneberg errichtete die Vereinigung der Opfer der Stalinismus e.V. (VOS) am 15. Oktober 1995 an der Kirchenmauer im Ortsteil Oberlind eine Gedenktafel.

Inschriften

(an der Kirchenmauer)
Den Opfern / stalinistischer Willkür / u. politischer Verfolgung / von 1945–1989 / im Kreis Sonneberg / zum Gedenken
Sprache: Deutsch, Schrift: Lateinisch

Ereignisse

15. Oktober 1995 - Einweihung
Eröffnung der Gedenktafel für die Opfer des Stalinismus

Publikationen der Bundesstiftung

  • Kaminsky, Anna (Hrsg.): Orte des Erinnerns. Gedenkzeichen, Gedenkstätten und Museen zur Diktatur in SBZ und DDR, 3. Aufl., Berlin 2016