Wildeck, Deutschland

Gedenkstein für das US-Camp „Romeo“

 
Der heutige Ortsteil Bosserode der Gemeinde Wildeck ist einer der Orte entlang der innerdeutschen Grenze, an dem sich Jahrzehnte lang zwei verfeindete Systeme schwer bewaffnet gegenüberstanden. Hier befand sich der Border Observation Point „Romeo“ der US-Army. 40 Kilometer vom Schifflersgrund entfernt an der hessisch-thüringischen Grenze erinnert seit der Wiedervereinigung 1990 ein Gedenkstein samt Grenzlehrpfad an den Ort in der berüchtigten „Fulda GAP“ – dem potentiellen Aufmarschgebiet im Falle einer militärischen Eskalation des Kalten Krieges. Ab 1978 führte hier die Autobahn vorbei, wodurch Point „Romeo“ neben Point „India“ am dichtesten an einer möglichen Vormarschstrecke von militärischen Verbänden lag. Am 3. Oktober 2012 wurde zusätzlich eine Informationstafel mit der Überschrift „Ein Ort im Kalten Krieg“ aufgestellt, die in chronologischer Auflistung Daten zur Geschichte und Bedeutung des Beobachtungsstützpunktes samt Fotos und Ausschnitten aus der Zeitung „Hessische/Niedersächsische Allgemeine“ bietet. Nachdem die beiden früheren Gedenkplatten gestohlen worden waren, wurde eine neue Gedenktafel an dem Gedenkstein angebracht.

Inschriften

Inschrift der Gedenktafel
(am Weg zwischen Bosserode und Obersuhl)
US-Camp Romeo / von / 1945 – 1990 // Zur Erinnerung an die / Grenzbeobachtungsstation / „Camp Romeo“ / der amerikanischen Streitkräfte. // Dieses US-Camp, unmittelbar am Eisernen / Vorhand, diente 45 Jahre der Sicherung / des Friedens und unserer Freiheit.
Sprache: Deutsch, Schrift: Lateinisch

Ereignisse

3. Oktober 2012 - Errichtung
Erichtung Informationstafel "Ein Ort im Kalten Krieg"
3. Oktober 1990 - Einweihung
Einweihung des Gedenksteins für das US-Camp „Romeo“ sowie des Grenzlehrpfads
1945 bis 1990 - Historie
Grenzbeobachtungsstation „Camp Romeo“

Publikationen der Bundesstiftung

  • Kaminsky, Anna (Hrsg.): Orte des Erinnerns. Gedenkzeichen, Gedenkstätten und Museen zur Diktatur in SBZ und DDR, 3. Aufl., Berlin 2016