Kleinmachnow, Deutschland
Erinnerungs- und Begegnungsstätte Grenzkontrollpunkt Dreilinden-Drewitz
1969 errichtete das SED-Regime mit der Grenzübergangsstelle Drewitz eine technisch ausgefeilte und militärisch hoch gesicherte Anlage. Bei dem Abriss der Gebäude blieb 1993 nur der Kommandantenturm, einst Führungspunkt des Grenzregiments 44, erhalten und wurde unter Denkmalschutz gestellt. Seit 2007 dient der restaurierte Turm dem Checkpoint Bravo e.V. als Ausstellungs- und Veranstaltungsort. Eine Dauerausstellung im Freigelände und im Turm schildert seit 2009 geschichtliche Ereignisse und Lebenswege, die sich mit diesem Ort verbinden. Ein Grenzlehrpfad veranschaulicht einen Querschnitt durch die einstigen Sperranlagen.
Der Turm ist heute Teil eines größeren Bereiches mit weiteren Denkmälern und historischen Spuren. Hierzu gehören insbesondere das Panzerehrenmal, das ursprünglich an die Eroberung der Reichhauptstadt 1945 durch die sowjetische Armee erinnerte und nach dem Abtransport des T34-Panzers mit einer rosa lackierten Schneefräse zu einem Kunstwerk umgestaltet wurde (Künstler Eckhard Haisch, 1992), sowie die monumentale, einst mit einem runden Staatswappen der DDR versehende Doppelstele (Künstler Lutz Brandt, 1974). Der auf der Berliner Seite gelegene Grenzkontrollpunkt Dreilinden, von den West-Alliierten „Checkpoint Bravo“ genannt, steht mit seinem charakteristischen Brückenhaus, der Raststätte Dreilinden und den beiden Tankstellen ebenfalls unter Denkmalschutz. Auf dem Mittelstreifen der Autobahn befindet sich die Bronze-Plastik eines Berliner Bären. Seit 2006 ist der Bereich Drewitz-Dreilinden Teil des Gesamtkonzeptes zur Erinnerung an die Berliner Mauer und unter anderem über den Berliner Mauerradwanderweg erreichbar. In der Ausstellung werden kostenfrei Multimediageräte angeboten, mit denen die Besucher historische Film- und Tondokumente aufrufen können. Im Winter ist der Turm geschlossen, das Freigelände bleibt ganzjährig zugänglich.
An den historischen Ort erinnert eine Informationstafel mit einer Inschrift.
Kontakt
Checkpoint Bravo e.V.
Rudolf-Breitscheid-Straße 41
14532 Kleinmachnow
Homepage: https://www.checkpoint-bravo.de/
Inschriften
Inschrift der Informationstafel
(auf dem Gelände der Erinnerungs- und Begegnungsstätte)
Vom Grenzübergang / zum Gewerbestandort. / Bis 1989 befand sich auf dem Gelände, auf / dem heute der EUROPARC expandiert, der / Grenzübergang Drewitz Dreilinden. Am 15. Oktober / 1969 eröffnet, wurden im ersten Jahr nach der / Fertigstellung knapp sechs Millionen Reisende / und etwa zweieinhalb Millionen Fahrzeuge / abgefertigt. Für viele Berliner und Besucher / bedeutete dieser Ort scheinbar endlose Pass- und / Grenzkontrollen, Bedrückung und Unsicherheit. / Die hier ausgestellten Mauersteine erinnern / wie auch der unter Denkmalschutz stehende / Wachturm als ein Symbol an die Zeit der Trennung / Deutschlands. Heute bietet der Standort / EUROPARC Dreilinden die Chancen zum koope- / rativen Handeln von Berlin und Brandenburg als / eine Wirtschaftsregion, lange bevor ein gemein- / sames Bundesland entstanden ist.
Sprache: Deutsch, Schrift: Lateinisch
Ereignisse
2007 - Eröffnung
Eröffnung des Erinnerungs- und Begegnungsstätte Grenzkontrollpunkt Dreilinden-Drewitz
Literatur
- Strehlow, Hannelore: Der gefährliche Weg in die Freiheit. Fluchtversuche aus dem ehemaligen Bezirk Potsdam, Potsdam 2004
- Film „Grenzerfahrung Drewitz/ Dreilinden“, Autor: Stanley Schmidt, 45-min-Dokumentation, Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb), 2004
- Film „Grenzübergang Drewitz/ Dreilinden – Wie Deutschland zusammen wächst“, Autor: Stanley Schmidt, 30-min-Schulfassung, Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb), 2004
- Brandenburgisches Landesamt für Denkmalpflege: Gutachten zum Denkmalwert vom 14.7.1993. Verfasser: Dr. Ralph Paschke
- Die Bundesbeauftragte für Stasi-Unterlagen (Hrsg.): Abteilung Bildung und Forschung. Die ersten zehn Jahre – eine Bilanz, Berlin 2003
- Tantzscher, Monika: „Die letzten Grenzopfer“, in: Deutschland-Archiv 32 (1999), S. 737ff
- Caspar, Helmut: Fürsten, Helden, große Geister. Denkmalgeschichten aus der Mark Brandenburg, Berlin 2004, S. 294 – 299
- Müller, Bodo: Faszination Freiheit. Die spektakulärsten Fluchtgeschichten, 2. Aufl., Berlin 2000
Publikationen der Bundesstiftung
- Kaminsky, Anna (Hrsg.): Orte des Erinnerns. Gedenkzeichen, Gedenkstätten und Museen zur Diktatur in SBZ und DDR, 3. Aufl., Berlin 2016
- Kategorie: Gedenkort
- Historisch: Ja
- Standort: Albert-Einstein-Ring 45 / Stahnsdorfer Damm
- Stadt: Kleinmachnow
- Gebiet: Brandenburg
- Land: Deutschland
