München, Deutschland

Denkmal „Zur Deutschen Einheit“

 
Bereits im Herbst 2001 entwickelten engagierte Bürgerinnen und Bürger sowie prominente Lokalpolitiker erste Ideen, den Platz „Zur Deutschen Einheit“ im Münchner Stadtteil Denning mit einem Erinnerungszeichen aufzuwerten. Nachdem der erste Vorschlag zur Errichtung eines Gedenkbrunnens zunächst nicht realisiert werden konnte, beriet im Juni 2003 das zuständige Baureferat mit dem Verein für Stadtteilkultur im Münchner Nordosten über einen Gedenkstein als Alternative. Infolge eines Austausches der Vereins- und Baureferatsvertreter mit dem Vorsitzenden der Kommission für Kunst am Bau und im öffentlichen Raum, Prof. Dr. Florian Matzner, im Februar 2004 wurde ein Entwurfsvorschlag bei der Bildhauerin Peggy Meinfelder angefragt. Die aus Hildburghausen stammende Künstlerin präsentierte bei einer gemeinsamen Geländebegehung im April ein Konzept, das auch das Transformatorenhäuschen am Platz einbezog. Die Gestaltungsidee überzeugte sowohl den Verein für Stadtteilkultur im Münchner Nordosten, der im Juni 2004 einwilligte, die Kosten für die Realisierung zu übernehmen, als auch den Ältestenrat der Stadt München und den Bezirksausschuss, die im März 2005 der Realisierung des Denkmal zustimmten. Nur wenige Monate später, anlässlich des 15. Jahrestages der deutschen Wiedervereinigung am 3. Oktober 2005, enthüllte der Stadtteilkultur-Verein gemeinsam mit der Stadträtin Claudia Tausend das von Peggy Meinfelder in Zusammenarbeit mit Klaus Herta gestaltete Denkmal „Zur Deutschen Einheit“ im Rahmen einer feierlichen Zeremonie. Die etwa drei Meter hohe sowie einen Meter breite Betonstele, die einem Segment der Berliner Mauer nachempfunden ist, wird von der Inschrift „3 OKT 1990“ durchbrochen. Das Datum der Wiedervereinigung perforiert dabei die Ränder des Denkmals an beiden Seiten – von Ost und West –, wodurch die Öffnung des Grenzregimes symbolisch verdeutlichet werden soll. An der Nord- und Südseite wird die Stele außerdem durch Sitzbänke eingerahmt. Der durchbrechende Schriftzug erlaubt es den Sitzenden, Blickkontakt zueinander aufzunehmen. Durch einen gepflasterten Pfad ist zudem das etwa zehn Meter entfernte Trafohäuschen integriert. Die dem Denkmal zugewandte Westseite wurde von den Bildhauern mit einer Schriftfolge verziert. Auf der Nordseite des Häuschens befindet sich außerdem eine Gedenktafel aus Messing, die die Geschichte des Platzes skizziert.

Inschriften

Inschrift der Informationstafel
(an der Nordseite des Trafohäuschens)
An dieser Stelle stand in den ersten / Jahrhunderten nach Christus ein römischer / Gutshof. Karl der Große erneuerte 800 das / Römische Reich. Aus dem östlichen deutschen / Teil entstand 911 mit der Wahl Konrads zum / König das Erste Deutsche Reich. Nach dessen / Ende 1806 repräsentierte der Deutsche Bund / 1815 bis 1866 Deutschland. 1871 wurde das / Kaiserreich gegründet. Dieser Deutschen Einheit und dem Volksaufstand in Ostberlin / 1953 wurde der Platz gewidmet. Die 1945 / verlorene Deutsche Einheit wurde 1990 / wiedererrungen.
Sprache: Deutsch, Schrift: Lateinisch

Ereignisse

3. Oktober 2005 - Einweihung
Enthüllung des Denkmals „Zur Deutschen Einheit“