Mutterstadt, Deutschland
Denkmal „Deutschland Wiedervereinigt“
Nach dem Fall der Berliner Mauer am 9. November 1989 sowie den ersten und einzigen freien Wahlen in der DDR am 18. März 1990 entstanden zahlreiche deutschdeutsche Städte- und Gemeindepartnerschaften. Insbesondere beim Aufbau neuer Verwaltungsinfrastrukturen und der Bewältigung logistischer Herausforderungen der Transformationszeit unterstützten viele westdeutsche Kommunen ihre neu gewonnenen ostdeutschen Partner mit Transfer von Wissen sowie Sach- und Finanzmitteln.
Nicht anders gestaltete sich der Austausch zwischen der verbandsfreien Gemeinde Mutterstadt in Rheinland-Pfalz und der damaligen Gemeinde Dieskau-Zwintschöna in Sachsen-Anhalt – heute ein Ortsteil der neu geschaffenen Einheitsgemeinde Kabelsketal. Diese kommunale Solidarität habe angesichts der zu bewältigenden Aufgabenfülle „Licht ins Dunkel“ gebracht, betonte die damalige Dieskauer Bürgermeisterin Hanna Gude im Oktober 1991 anlässlich einer Feierstunde im Rathaus Mutterstadt. Im Vorfeld hatten Verwaltungsfachkräfte der rheinland-pfälzischen Partnergemeinde im Rahmen eines mehrwöchigen Aufenthalts in Dieskau-Zwintschöna der Stadtverwaltung ihre Expertise bei Haushalts-, Steuer- und Finanzangelegenheiten zur Verfügung gestellt sowie die örtlichen Verkehrs- und Entsorgungseinrichtungen beim Ausbau der Infrastruktur beraten.
Anlässlich des ersten Jahrestags der deutschen Einheit im Oktober 1991 enthüllte Dieskaus Bürgermeisterin Hanna Gude gemeinsam mit dem zweiten Beigeordneten der Mutterstädter Stadtverwaltung, Bernd Mundschau, im Eingangsbereich des Rathauses ein Denkmal zur Erinnerung an die Wiedervereinigung. Die auf einem etwa 50 Zentimeter hohen Sockel platzierte, von einem Stahlband eingefasste und aus dunklem Lausitzer Granit gefertigte Rundplatte zeigt auf einem Durchmesser von 1,5 Metern die eingemeißelten Umrisse der Bundesrepublik mit dem Verlauf der einstigen innerdeutschen Grenze. In die Kartenprojektion sind außerdem Standortmarker der Städte und Gemeinden Hamburg, Bonn, Frankfurt, Mutterstadt zusammen mit ihrer Patengemeinde Dieskau ebenso wie München, Leipzig und Berlin eingelassen. Ein Schriftzug zu beiden Seiten der Darstellung vervollständigt das Ensemble.
Inschriften
Inschrift des Denkmals
(entlang der Rundplatte)
Deutschland-Wiedervereinigt / am 3. Oktober 1990
Sprache: Deutsch, Schrift: Lateinisch
Ereignisse
Oktober 1991 - Einweihung
Einweihung des Denkmals „Deutschland Wiedervereinigt“
- Kategorie: Gedenkort
- Historisch: Nein
- Standort: im Eingangsbereich des Rathauses
- Stadt: Mutterstadt
- Gebiet: Rheinland-Pfalz
- Land: Deutschland
