Treffurt, Deutschland

Agentenschleuse

 
Unter dem Vorwand, einen Wasserdurchlass zu bauen, wurde Anfang 1980 bei Treffurt unmittelbar an der Grenze eine Grube ausgehoben. Das Loch hatte einen Durchmesser von 100 Zentimetern. Für einen Wasserdurchlass wären allerdings 20 Zentimeter ausreichend gewesen. Tatsächlich sollte hier keine Wasserleitung verlegt, sondern Agenten des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) in die Bundesrepublik Deutschland geschleust werden. Bei Minenräumarbeiten Anfang der 1990er Jahre war der östliche Röhreneingang verschüttet worden. Auf Initiative des Heimatvereins Altenburschla legte der Heimatverein Wendehausen den Eingang wieder frei. Zudem wurden drei Felder des Streckmetallzaunes der Grenze wieder errichtet. Eine Informationstafel erläutert die Geschichte des Agententunnels sowie zum Grenzsystem der DDR.

Literatur

  • Buchin, Klaus: RadWandern am Grünen Band, Teil 1 und Teil 2, Kiel 1999 und 2002

Publikationen der Bundesstiftung

  • Kaminsky, Anna (Hrsg.): Orte des Erinnerns. Gedenkzeichen, Gedenkstätten und Museen zur Diktatur in SBZ und DDR, 3. Aufl., Berlin 2016